Archiv für November 2012

Callout

Die erste Ausgabe von „Wer ‚A‘ sagt, muss nicht ‚B‘ sagen“ hat diesen Monat Geburtstag! Danke an alle, die mich im letzten Jahr supportet haben! Ich war ganz überwältigt davon, wie viele sich für das Zine und das Thema interessieren!!!

Und da ich sooooo oft danach gefragt werde, wann es endlich eine neue Ausgabe gibt, hab ich beschlossen, dass jetzt in Angriff zu nehmen.
Aber nicht alleine…
Da ich es viel spannender finde, wenn bei so etwas viele verschiedene Menschen mitmachen, ist hier mein offizeller Aufruf!
Thematisch kann es um alles gehen, was A_sexualität, Körper, Beziehungen und nervige Normen betrifft… ihr könnt schreiben, zeichnen, fotografieren… alles was sich abdrucken lässt, ist herzlichst willkommen!

Im letzten Heft ging es um folgenden Themen:

Was ist überhaupt Asexualität, Das asexuelle Outing – Wann sagt man es und warum es damit in den seltensten Fällen getan ist, „Sex is not the enemy“
Kritische Betrachtung des sex-positive-Hype in der queerfeministischen Szene, Neutrois… agendered…ftn und mtn, Nicht-sexuelle-Beziehungen und Polyamory, I won‘t fuck with you tonight – eine Kurzgeschichte, Gesang der nach erwachsenem Sex klingt – Interview zum Thema Sexualisierung von Musiker_innen, Frag nach – Über die Notwendigkeit von Consent, Kann alleine: „Beziehungsstörung“ und Asexualität in Fernsehserien, Wie manchen Menschen ihre Sexualität und ihre Geschlechtsidentität abgesprochenen wird ( Schwul, Lesbisch Trans* mit Behinderung), Es gibt Phasen in denen ich mich von anderen Personen sexuell angezogen fühle, Coming out: Wir sind asexuell, Asexuelle Komplimente

Ich freu mich riesig, ueber alle, die Lust haben bei der naechsten Ausgabe mitzumachen! Schreibt bis zum 15.12. an:
wer_a_sagt_muss_nicht_b_sagen@liebt-dich.info

your sex life is your own!

Audiovortrag: Judith Scheunemann, (Un-)wirklichkeiten von (A-)Sexualität

Die AG Queer Studies der Uni Hamburg hatte im Rahmen der Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“, Judith Scheunemann zum Thema: „(Un-)wirklichkeiten von (A-)Sexualität“ zu Gast.

Den Vortrag von Judith könnt ihr hier anhören und/oder downloaden: http://agqueerstudies.de/?s=asexualit%C3%A4t

„Seit ich mich im Jahr 2008/2009 im Rahmen meiner Diplomarbeit mit dem Phänomen der Asexualität beschäftigt habe, ist mir – genau wie ich es aus Berichterstattungen von Personen kenne, die sich als asexuell bezeichnen – eine Frage immer wieder begegnet: „Gibt es Asexualität wirklich?“ Dahinter steht die Annahme, Sexualität sei etwas natürliches, jeder Mensch sei von Geburt an sexuell. Abweichungen von dieser Norm, so die Annahme, könnten nur pathologisch oder nicht wirklich existent sein. Um ein Verständnis menschlicher Sexualität zu bekommen, sind Freuds Werke noch immer eine der prominentesten Quellen. Dieser Spur möchte auch ich nachgehen, mit der Frage: Wie lässt sich Freud auf den heutigen Begriff der Asexualität anwenden und wie stellt er diese dar? Nach dieser historisch-psychoanalytischen Perspektive wende ich mich stärker soziologisch-konstruktivistischen Theorien zur (A-)Sexualität zu. Dies geschieht mit der Fragestellung, ob und inwiefern ein Unterschied zur vorherigen Perspektive besteht und ob neuere Theorien helfen, das Phänomen Asexualität genauer zu erfassen. Da ich davon ausgehe, dass es für ein breiteres Verständnis eines Phänomens sinnvoll ist, nicht nur die Theorie einzubeziehen, möchte ich auch die Empirie betrachten. Daher werde ich Beispiele aus der Empirie mit folgender Frage untersuchen: Wie definieren sich asexuelle Personen selbst? Hierfür beziehe ich mich auf meine inhaltsanalytische Auswertung der Internetseite AVEN (Asexual Visibility and Education Network), einer Internetseite von asexuellen Personen, die im Jahr 2004 in Deutschland entstand. Der Bogen zur anfänglich angesprochenen Problematik der Fremdwahrnehmung von Asexualität schließt sich schlussendlich, indem ich mir zuletzt genauer anschaue, wie Medien (besonders Zeitungen) das öffentlich präsenter werdende Thema verhandeln.“