Archiv für Juli 2013

Workshop zum Thema Pronomen ohne Geschlecht

Anna Heger (http://annaheger.wordpress.com) gibt im August zweimal den Workshop “Xier packt xiesen Koffer – Pronomen ohne Geschlecht und alternative deutsche Grammatik”:

Samstag, den 3.08.2013 um 15 Uhr auf dem Togetherfest in Düsseldorf

Montag, den 5.08.2013 um 18 Uhr im Gartenhaus des Autonomes Schwulen-Trans*-Queer-Referat im ASta der JLU Gießen.

Hier ein kurzer Text von Anna zum Inhalt des Workshops:

Ich denke, dass Sprache nicht wertfrei, sonder ein Spiegel der Verhältnisse ist. Veränderte Verhältnisse brauchen eine veränderte Sprache. Ganz oft werde ich genau dort verändern wollen wo es nicht mehr auszuhalten ist und wo mir etwas fehlt. Pronomen ohne Geschlecht haben mir im Deutschen gefehlt.

Während des Workshops werde ich eine Alternative zu “er” und “sie” vorstellen, aber auch darüber reden warum ich grammatikalische Alternativen haben will. Es gibt eine kurze Einführung zur nötigen Grammatik, damit klar wird wie xier, xieser und dier in die herkömmliche Sprache passen. Ich will aber auch mit Euch Pronomen ausprobieren, weitere Möglichkeiten erfinden und Diskutieren. Diskutieren möchte ich über emanzipatorische Sprache, darüber was Ihr Euch persönlich davon erhofft und wie ich anderen das Zuhören und Mitlesen erleichtern kann.

Vortrag von Judith Scheunemann: Zur Konstruktion von Sexualität – Über die (De-)Pathologisierung von (A-)Sexualität

Einladung zum Vortrag von Judith Scheunemann: Zur Konstruktion von Sexualität – Über die (De-)Pathologisierung von (A-)Sexualität

(pm) Auf Einladung des Arbeitskreises „Queere Ringvorlesung“ der JLU Gießen wird Judith Scheunemann am 8. Juli einen Vortrag mit dem Titel „Zur Konstruktion von Sexualität – Über die (De-)Pathologisierung von (A-)Sexualität“ halten. Die Veranstaltung findet um 18:30 Uhr in der Alten UB (Bismarckstraße 37) im Hörsaal AUB 1 statt. Für den Vortrag stehen zwei Gebärdensprachdolmetscher_innen zur Verfügung, die bei Bedarf simultan in die deutsche Gebärdensprache übersetzen. Das Vortragsgebäude ist rollstuhlgerecht.

Aus dem Ankündigungstext:

Es ist ein Paradigmenwechsel im Sexualitätsdiskurs auszumachen. War bis vor einigen Jahren noch die Grundannahme, vor allem im psychologisch-psychoanalytischen Diskurs die, dass von der hegemonialen Norm abweichende Sexualität(en) als pathologisch zu diagnostizieren und behandeln sei, wird gegenwärtig stärker davon ausgegangen, jeder Mensch solle die eigene Sexualität ausleben solange sie keinem anderen Lebewesen schade. Mit dieser Bewertung von Sexualität kann jedoch eine neue Normierung der Sexualität ausgemacht werden, die davon ausgeht: jeder Mensch müsse sexuell sein und dies als positiv empfinden. Asexuelle Personen werden darüber potentiell immer mehr als pathologisch kategorisiert. Um der Frage nachzugehen, wie das Phänomen Asexualtität be- und verhandelt wird bzw. werden könnte, soll ein historischer Abriss von Freud bis in die Gegenwart zu einem besseren Verständnis der gegenwärtigen Perspektive verhelfen. Darüber hinaus wird darauf eingegangen wie asexuelle Personen sich selbst definieren und wie in Medien das Thema verhandelt wird.

Judith Scheunemann ist Diplomsoziologin mit dem Schwerpunkt Gender Studies. Scheunemann promoviert zur Zeit in Hamburg und Kassel zum Zusammenhang von Geschlecht, Gefühl und Arbeit. Außerdem versucht Scheunemann herangehenden Offizier_innen ein soziologisches Verständnis der Welt nahe zu bringen. Zuvor war Scheunemann als Hilfskraft im Gleichstellungsbüro und bei einem Forschungsprojekt zu bildgebenden Verfahren und der Performanz des Körperlichen in der Schwangerschaft in Frankfurt/Main tätig.

Veranstaltet wird die queere Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat, im AStA der JLU. Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von Dr. Franz Schindler vom Institut für Slavistik sowie Dr. Nadyne Stritzke aus dem Institut für Anglistik.

Aven Pride Konferenz in San Francisco/ Berkeley

Ich bin im Moment in Kalifornien und war am Wochenende bei der Aven Pride Konferenz.

Avenpride bestand aus zwei verschiedenen Veranstaltungen: der Konferenz am Samstag und der Pride Parade am Sonntag http://avenpride.org/.
Die Konfrenz am Samstag hatte über 100 Teilnehmende und Workshops zu folgenden Themen:

*How to be an asexual activist / wie kann ich asexuelle_r Activist_in werden
*Building Communities in School Settings, including allies / wie kann ich Gruppen in Schul- oder Unizusammenhängen gründen, Verbündete miteingeschlossen
*Transgender issues within the Asexual Community / Transgender Themen innerhalb der Asexuellen Community
*Discrimination against Asexuals – in general and within the queer community / Diskriminierung von Asexuellen – allgemein und innerhalb der queeren Community
*Race and Asexuality / Race und Asexualität
*Asexuality and Academia, reading and doing asexual research / Asexualität in Unikontexten – Lesen und Durchführen von asexueller Forschung/Studien
*Asexuality and sexual violence / Asexualität und sexuelle Gewalt
*Organizing meetups in your area / Organisieren von Treffen in deiner Gegend
*Negotiating romantic relationships / Verhandeln von Romantischen Beziehungen
*Defining Concent in the asexual community / Definieren von Zustimmung in der asexuellen Community
*Asexuality and Disability / Asexualität und Behinderung
*Older Asexual issues / Belange von älteren Asexuellen
*Demisexual? Grey-A? Quasisexual? What is is exactly? / Demisexuell? Grey-A? Quasisexuell? Was bedeuten diese Begriffe
*Asexual Reproduction / asexuelle Fortpflanzung
*Asexuality and the law (family law) / Asexualität und Rechte/Gesetze (Familenrecht)
*Tensions and Dichotomies in Visibility and Education – what are they and how do we deal with them / Spannungen und Spaltungen in Sichtbarkeit und Bildung – was macht sie aus und wie gehen wir mit ihnen um
*How to deal with the haters / wie umgehen mit Hass gegenüber Asexuellen

Es war wahnsinnig aufregend für mich, unter so vielen Menschen zu sein, die sich mit Asexualität beschäftigen und ich konnte viel neues dazu lernen!!!

An der Pride Parade am Sonntag haben 1, 5 Millionen Menschen teilgenommen (http://sfpride.org/) und es gab es einen eigenen asexuellen Block.

In den nächsten Tagen geht es für mich weiter nach Olympia zum Queer Rock Camp, einem Musik Camp für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, queere, inter*, asexuelle Jugendliche und ihre Verbündete im Alter von 12 bis 21 Jahren http://www.queerrockcamp.org/. Und ich bin schon sehr gespannt, was mich dort erwartet…