Was ist überhaupt Asexualität???

Asexualität bedeutet es gibt keine, oder nur eine geringe sexuelle Anziehung zu anderen Menschen. Analog zu Heterosexualität (sexuelle Orientierung, bei der Begehren ausschließlich oder vorwiegend für Personen des ‚anderen Geschlechts‘ empfunden wird), Homosexualität (sexuelle Orientierung, bei der Begehren ausschließlich oder vorwiegend für Personen des ‚eigenen Geschlechts‘ empfunden wird), oder Pansexualität (Sexuelle Orientierung, bei der Begehren unabhängig vom Geschlecht oder der Geschlechtsidentität empfunden wird), bedeutet Asexualität erst mal nicht, jemand hat keine Sexualität, sondern der Begriff bezeichnet eine sexuelle Orientierung, bei der sich jemand, zu keinem Geschlecht sexuell hingezogen fühlt.

Es gibt drei Bereiche, die in Zusammenhang mit Asexualität eine Rolle spielen: Anziehung, Erregung, Beziehungen.

Anziehung:
Manche asexuellen Menschen fühlen sich stark zu anderen hingezogen. Sie empfinden den Wunsch, eine enge romantische Bindung einzugehen, wollen dieses Verlangen jedoch nicht sexuell ausdrücken. Manche Menschen empfinden keine Anziehung, oder nur eine sehr geringe. Asexuelle können andere als ästhetisch anziehend empfinden, sehen allerdings darin keinen Unterschied zum Betrachten anderer schöner Dinge, z.B. eines schönen Bildes.
Während bei Menschen, die sexuell leben, Anziehung das Verlangen nach Sex häufig mit einschliesst, beschreiben Asexuelle, dass ihre Anziehung in Richtung anderer Arten von Intimität geht.

Erregung:
Für manche asexuelle Menschen ist Erregung ein ziemlich gewöhnlicher Vorgang, der nicht mit der Suche nach einem_r Sexualpartner_in verbunden ist. Manche masturbieren, andere empfinden wenig oder keine Erregung. Diese Menschen betrachten ihre geringe oder nicht vorhandene sexuelle Erregung größtenteils nicht als ein medizinisches oder psychologisches Problem, und suchen daher auch keine ärztliche Behandlung dafür.

Beziehungen:
Es gibt unter Asexuellen unterschiedliche Beziehungsvorstellungen und Beziehungswünsche. Manche haben kein Bedürfnis nach einer romantischen Beziehung und bleiben lieber für sich. Andere Asexuelle verlieben sich, haben romantische Beziehungen, manche heiraten. Diese Beziehungen können homo-, hetero-, oder panromantisch sein (panromantisch bedeutet, dass es nicht vom Geschlecht abhängig ist, in wen ich mich verliebe). Manche sind in polygamen Beziehungen, manche leben monogam, andere suchen enge Freundschaften oder unterhalten Beziehungen, bei denen die Linie zwischen Freundschaft und romantischer Beziehung verschwimmt. Asexuelle Beziehungen können genau so nah und intensiv wie sexuelle sein. Sexualität ist eine Möglichkeit, Gefühle in einer engen Beziehung auszudrücken, aber nicht die einzige. Für die meisten Asexuellen besteht keine Verbindung zwischen Liebe und Sex.

Ist Asexualität eine neue sexuelle Orientierung, die erst durch die ständige Präsenz des Themas Sexualität und einen gewissen Druck, sexuell sein zu müssen, entstanden ist?

1886 beschreibt der Psychiater Richard von Krafft-Ebing in seinem Werk „Psychopathia Sexualis“, welches für die Sexualforschung wegweisend war, Menschen mit fehlenden Geschlechtstrieb und benennt dieses ‚Phänomen‘ Anästhesie.
1948 stellt der Sexualforscher Alfred C. Kinsey im Rahmen seiner Studie zur sexuellen Orientierung des Menschen nicht nur fest, dass sich ein Großteil der von ihm befragten Individuen im Laufe ihres Lebens zwischen hetero- und homosexuellem Begehren bewegen, sondern auch, dass es asexuelle Menschen gibt, die weder durch Männern noch durch Frauen sexuell erregt oder angezogen sind. Myra Johnson veröffentlicht dann 1977 unter dem Tiltel ‚Asexual and Autoerotic Women: Two invisible groups.‘, in dem Band ‚The Sexually Oppressed‘ den ersten wissenschaftlichen Beitrag, der Asexualität als sexuelle Orientierung beschreibt.

Ist Asexualität eine ‚Störung‘?

Im ICD 10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) wird der Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen als Krankheitsbild beschrieben und auch im DSM IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders ) gibt es die Störung der verminderten sexuellen Appetenz (unwillentlicher Mangel oder unwillentliche Abnahme an sexueller Phantasie und sexuellem Verlangen). Eines der Kriterien für diese Diagnose ist ‚deutliches Leiden‘. Allerdings leiden die meisten Asexuellen nicht unter der nicht vorhandenen sexuellen Anziehung. Manche leiden vielleicht darunter, sich nicht respektiert und ernst genommen zu fühlen, andere finden es schwierig Partner_in_nen zu finden, die sich auf eine asexuelle Beziehung einlassen wollen. Aber ein direktes ‚Leiden‘ gibt es erst mal nicht.

Haben Asexuelle nie Sex? Und sind niemals intim?

Im Allgemeinen sind Asexuelle rein physisch zu Sex fähig. Einige masturbieren, andere wiederum nicht. Manche haben Sexualität, weil sie neugierig sind, manchen macht es Spass ihrem Gegenüber Lust/Befriedigung zu verschaffen, andere gehen einen Kompromiss ein, um ihre_n Partner_in nicht zu verlieren, für den Fall das diese_r nicht ebenfalls asexuell ist. Manche Asexuelle haben aber auch einfach nie Sex.

Bei manchen Menschen wechseln sich sexuelle und asexuelle Phasen ab. Einige bezeichnen sich als ‚gray A‘, was bedeuten kann, dass sie ab und zu jemandem gegenüber sexuelle Anziehung verspüren oder dass sie diese zwar verspüren, aber kein Bedürfnis haben diese auszuleben oder auch, dass sie nur unter ganz bestimmten Umständen Sex mit anderen genießen können.
Es gibt etliche Möglichkeiten nicht-sexuelle Intimität zu leben. Einige Asexuelle finden physische Nähe angenehm, andere empfinden Intimität in nahen, ehrlichen Gesprächen z.B. über Geheimnisse oder tiefsitzende Ängste. Für manche ist es intim, miteinander albern sein zu können, oder gemeinsamen Interessen und Aktivitäten nach zu gehen, oder auf gemeinsame Ziele zuzuarbeiten. Andere erfahren Intimität auf andere Weise.

Können asexuelle queer sein?

Wenn ‚queer‘ bedeutet von der Norm abzuweichen, gerade von der sexuellen Norm, dann könnte Asexualität unter queer eingeordnet werden. Es gibt Asexuelle, die panromantische Liebesbeziehungen haben, es gibt asexuelle Schwule und Lesben, es gibt genderqueere Asexuelle, transexuelle Asexuelle. Auf der Webseite von ‚Aven‘ (Asexual Visibility and Education Network), gibt es ein eigenes Forum für ‚gender discussion‘, es gab einen eigenen Asexual-Block bei den Pride Parades in San Francisco, Tel Aviv und London, das Queer Rock Camp, -dass dieses Jahr zum ersten Mal in Olympia stattfand-, war für „Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Questioning, Intersex, Asexual youth and their allies“. Für manche queers ist ihre Asexualität ein fester Bestandteil ihrer queeren Identität.
Doch nicht jede_r Asexuelle, würde sich aufgrund nicht vorhandener sexueller Anziehung gleich als queer bezeichnen und auch nicht so bezeichnet werden wollen. Als Cis-Mann*, oder Cis-Frau* in einer heteroromantischen Liebesbeziehung zu sein, ist für manche ganz einfach hetero und hat mit queer nichts zu tun.

Wird durch das Label ‚Asexualität‘ nicht das Stereotyp verfestigt, was ‚eigentliche Sexualität‘ überhaupt ist?

Asexualität wird als Selbstbezeichnung verwendet. Solange es Menschen gibt, die diesen Begriff brauchen um ihre Lebensrealität sichtbar zu machen, sehe ich keinen Grund das zu kritisieren. Es kann nerven, sich immer wieder erklären zu müssen, egal ob beim ersten Date, wenn deine queerfeministischen Freund_innen auf Sexparties gehen, oder wenn dir Leute sagen, dass du vermutlich einfach noch nicht den_die Richtige_n gefunden hast. In einer Welt, in der Sexualität als Norm propagiert wird und Asexuelle mit dem Gefühl aufwachsen, dass irgendetwas mit ihnen nicht stimmt, dass sie anscheinend nicht „normal“ sind, kann es eine grosse Erleichterung sein, wenn Asexualität als mögliche Option zur Selbstbeschreibung auftaucht.

Was bedeutet eigentlich demisexuell?
Als demisexuell bezeichnen sich Menschen, die sich erst dann von jemandem sexuell angezogen fühlen, wenn sie eine enge emotionale Beziehung mit diesem Menschen aufgebaut haben. Demisexualität ist keine Entscheidung und hat nichts mit Konzepten wie ‚kein Sex vor der Ehe‘ zu tun.
Viele Demisexuelle haben das Gefühl, zwischen den Stühlen zu sitzen, da sie sich weder als sexuell noch als asexuell sehen. Sie schildern ganz ähnlich wie Asexuelle, dass es schwierig ist Menschen zu finden, die sich auf eine Romantische Beziehung ohne Sex einlassen. .

Sex Positiv!!!

Asexuell sein bedeutet nicht antisexuell sein. Es bedeutet nicht, Pornografie oder Sexarbeit scheisse zu finden, oder das Menschen sexuelle Beziehungen haben. Es ist die Forderung nach einer Wahlmöglichkeit, woran ich teilnehmen will und die Forderung mit dieser Entscheidung respektiert zu werden. Sex-Positive Aktivist_innen fordern, allen Menschen unabhängig von ihrer biologischen, sozialen oder psychologischen Geschlechtszugehörigkeit sexuelle Freiheit zuzugestehen und die Berechtigung aller sexuellen Orientierungen zu akzeptieren. Asexualität ist eine davon!

*Cis-Geschlechtlich: Eine dem Identitätsgeschlecht bzw. gesellschaftlichen Rollenerwartungen entsprechende Geschlechtsidentität. Cis ist als Gegenstück zu Trans* zu verstehen. Der Ausdruck Cissexualität bzw. Cissexuelle wurde 1991 durch den Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch eingeführt, um auszudrücken, dass es Cissexuelle geben muss, wenn es Transsexuelle gibt und dass das als normal unterstellte Zusammenfallen von „Körpergeschlecht“ und Geschlechtsidentität keine Selbstverständlichkeit ist.

Begriffe, die in asexuellen/aromantischen Communities häufig benutzt werden:
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Ace: Kurzform für asexual

Ace of Hearts: Ein Symbol oder Spitzname für Asexuelle, die romantische Anziehung fühlen

Ace of Spades: Ein Symbol oder Spitzname für Asexuelle, die aromantisch sind

Ace-feindlichkeit: Diskriminierung von Menschen aus dem asexuellen Spektrum

Ästhetische Anziehung: Jemanden attraktiv oder gutaussehend finden, allerdings nicht zwangsläufig auf sexueller oder romantischer Ebene

Alloromantisch: Eine Person, die sich zu anderen Personen romantisch hingezogen fühlt. Kann auch romantische Person genannt werden

Allosexismus:Glaube oder Vorurteil, das allosexuell sein, die einzige Möglichkeit ist, oder die beste

Allosexuell: Eine Person, die sich von anderen Personen sexuell angezogen fühlt. Eine nicht-asexuelle Person

Amatonormativität: Eine soziale Norm, die romantische Beziehungen, als wichtiger und wertvoller betrachtet, als Freund_innenschaften oder nicht-romantische-Beziehungen.
Von dieser Norm sind alle betroffen, aber ein besonderes Problem ist sie für aromantische Menschen.

Androromantisch: Romantische Anziehung zu „maskulinität“

Anti-sexuell: Ideologie gegen Sex, einen negativen Blick auf die Sexualität anderer Menschen haben, kann in Verbindung zu Slut–Shaming stehen

Aromantisch: Eine Person, die keine romantische Anziehung fühlt

Aromantisches Spektrum: Ein Sammelbegriff für Personen die aromantisch, grau-romantisch, demiromantisch, lithromantisch sind, oder aromantische Tendenzen haben
Asexuell: Eine Person, die keine sexuelle Anziehung fühlt

Asexuelle Flagge: Eine Flagge mit vier horizontalen Streifen in den Farben Schwarz, Grau, Weiß und Lila

Asexuelles Spektrum: Ein Sammelbegriff für Personen die asexuell, grau-asexuell, demisexuell sind, oder asexuelle Tendenzen haben

Asexy: Beschreibt eine Person oder einen Gegenstand, der cool, attraktiv oder begehrenswert ist, auf eine nicht sexuelle Art und Weise. Ist auch eine Beschreibung für asexuelle Menschen

Autosexuell: Ein veralteter Begriff für Menschen, die sexuelle Befriedigung nur, oder vor allen Dingen durch Sex mit sich selbst empfinden.

AVEN: Asexual Visibilitay and Education Network, asexuality.org. Netzwerk für mehr Sichtbarkeit und Aufklärung über Asexualität. Die meist bekannte Internetseite zum Thema Asexualität
Berührungs-Aversion: Nicht angefasst werden wollen und/oder andere nicht gern anfassen. Manche asexuellen Menschen haben eine Berührungs-Aversion

Biromantisch: Romantische Anziehung zu zwei Geschlechtern

Compulsory Sexuality: Der kulturelle Druck, der erwartet, dass Menschen entweder sexuell verfügbar sind, oder bereits in einer sexuellen Beziehung sind. Es wird davon ausgegangen, dass Sex zu haben ein erstrebenswertes, wichtiges Ziel für alle Menschen ist.

Corrective Rape: Vergewaltigung einer Person, um deren nicht-heterosexuelle und/oder nicht-heteroromantische Orientierung zu ändern.

Demiromantisch: Eine Person, bei der sich erst dann romantische Anziehung entwickelt, wenn sie eine enge emotionale Beziehung zu einer Person eingegangen ist

Demisexuell: Eine Person, die sich nur dann sexuell angezogen fühlt, wenn sie eine enge emotionale Beziehung zu einer Person eingegangen ist

Gray-A: Kurz für gray-asexual

Gray-asexuell: Eine Person, die sich zwischen asexuell und allosexuell sieht. Vielleicht fühlt sie sexuelle Anziehung sehr selten, oder hat kein Verlangen sexuelle Beziehungen einzugehen.

Gray-romantisch: Eine Person, die sich zwischen romantisch und aromantisch sieht. Vielleicht fühlt sie romantische Anziehung sehr selten, oder hat kein Verlangen romantische Beziehungen einzugehen.

GSM: Gender, Sexual Minorities. Alternativbegriff zu LGBT*QQIA

Gynoromantisch: Romantische Anziehung zu Femininität

Heteroromantisch: Romantische Anziehung zu Menschen einer anderen Geschlechtsidentität, als der eigenen

Heteronormativität: Der Begriff beschreibt ein gesellschaftliches System, dass alle Menschen in zwei Geschlechter einteilt, Männlichkeit höher bewertet als Weiblichkeit und von allen erwartet klar definierte Geschlechterrollen zu erfüllen.
Das biologische Geschlecht soll mit dem psychischen und sozialen Geschlecht übereinstimmen, die sexuelle und romantische Orientierung soll auf das „Gegengeschlecht“ gerichtet sein.

Homoromantisch: Romantische Anziehung zu Menschen der eigenen Geschlechtsidentität

Hyposexuell: Bezeichnung für einen schwach ausgeprägten „Geschlechtstrieb“

Identity policing: Einer Person sagen, dass wie sie sich definiert und welche Label sie für sich benutzt, falsch ist

Invalidation: Im Kontext von Asexualität: sagen das Asexualität nicht existiert, dass Menschen nicht asexuell sein können, dass Asexualität keine Identität ist

Kinsey Skala: Ein Modell, das menschliche Sexualität als ein Spektrum von Heterosexuell und Homosexuell versteht, mit Bisexualität in der Mitte und einer Gruppe X, unter der Menschen zusammen gefasst sind, die sich weder von Männlichkeit noch von Weiblichkeit sexuell angezogen fühlen

Kuchen: Manche Asexuelle benutzen Kuchen oder ein Kuchenstück als Symbol und beziehen sich darauf, dass für sie Kuchen besser als Sex ist.

Libido: Sexueller Trieb der auf eine Person gerichtet sein kann, aber nicht muss. Manche asexuellen Menschen haben sexuelle Triebe, ohne sexuelle Anziehung zu fühlen und masturbieren. Andere haben keine Libido.
Lithromantisch: Eine Person, die romantische Anziehung fühlt, aber keinen Wunsch hat, dass ihre Gefühle erwidert werden

Mixed Orientation Identity: Kombinationen von sexueller und romantischer Orientierung, die nicht identisch sind.

Mixed Orientation Relationship: Eine Beziehung, in der Menschen nicht die selbe sexuelle und/oder romantische Orientierung haben. Z.B eine bisexuelle Person mit einer heterosexuellen Person, eine homosexuelle Person mit einer aromantischen pansexuellen Person, eine heteroromantische Person mit einer asexuellen Person…

Panromantisch: Romantische Anziehung zu allen Geschlechtern/Geschlechtsidentitäten

Pansexuell: Sexuelle Anziehung zu allen Geschlechtern/Geschlechtsidentitäten

Pathologisierung: Etwas als Krankheit oder Störung sehen, als nicht normal und/oder unnatürlich, als etwas das geheilt werden muss. Asexualität wird häufig pathologisiert.

Platonische Anziehung: Wunsch nach einer Freundschaft oder einer anderen nicht romantischen Beziehung mit einer Person/ mehreren Personen.

Polyamorie: Beziehungsformen zwischen mehr als zwei Personen. Diese Beziehungen können sexuell, romantisch, beides oder nichts von beidem sein.

Primäre Anziehung: Anziehung die bereits beim ersten Aufeinandertreffen vorhanden ist

Queer: Queer war ursprünglich ein Schimpfwort mit dem Schwule abgewertet wurden. Mittlerweile wird der Begriff hauptsächlich als Selbstbezeichnung benutzt, von Menschen die ihre sexuelle/romantische Orientierung und/oder ihre Geschlechtsidentität als nicht passend in vorherrschende Normen erleben. Viele asexuellen und/oder aromantischen Menschen bezeichnen sich als queer, da sie ihr Begehren als außerhalb der Norm erleben. Andere weil sie z.B. Trans sind und/oder in homoromantischen Beziehungen leben.

Queerplatonisch: Beschreibt Beziehungen, die nicht in die Kategorie „romantisch“ und auch nicht in die Kategorie „freundschaftlich“ passen. Da gesellschaftlich Freundschaften anders bewertet werden als Liebesbeziehungen, gab es von einigen aromantischen Menschen das Bedürfnis für einen Begriff der beschreibt, dass es eine tiefe emotionale Beziehung gibt, die sich in dem Verständnis von „nur befreundet sein“ nicht wieder findet. Queerplatonische Partner_innen können zusammen alt werden, im selben Haus leben, sich Geld miteinander teilen, Kinder miteinander großziehen. Das „queer“ bezieht sich darauf, die Trennung zwischen Freundschaften und Liebesbeziehungen zu „queeren“/durcheinanderzubringen. Jede_r, egal ob sexuell, asexuell, romantisch, aromantisch, bi, homo, poly, cis, trans… kann eine oder mehrere queerplatonische Beziehungen haben.

QPP: kurz für queerplatonische_r Partner_in

Rape Culture: eine Gesellschaft, in der sexuelle Gewalt zwar weit verbreitet ist, aber von vielen Menschen nicht als solche gesehen wird: Betroffenen wird generell misstraut oder die Schuld zugeschoben, indem Täter_innen geschützt und Vorfälle heruntergespielt werden. Auch asexuelle Menschen sind Betroffene sexualisierter Gewalt

Romantische Anziehung: Ein Gefühl von Anziehung, Begehren oder starkem Interesse eine romantische Beziehung mit einem Menschen eingehen zu wollen, das häufig als verknallt oder verliebt sein beschreiben wird

Romantische Orientierung: beschreibt zu wem ich mich romantisch hingezogen fühle. Menschen können z.B. homoromantisch, panromantisch, aromantisch, heteroromantisch sein

Sapioromantisch: romantische Anziehung zu Menschen aufgrund ihrer Intelligenz

Sapiosexuell: sexuelle Anziehung zu Menschen aufgrund ihrer Intelligenz

Schwarzer Ring: Wird als Erkennungszeichen von Asexuellen getragen. Meistens am rechten Mittelfinger.

Sekundäre Anziehung: Anziehung, die sich erst entwickelt, nachdem ich jemanden eine gewisse Zeit kenne

Sex Positivismus: Eine Bewegung die fordert, dass alle Formen von einvernehmlichen Sex o.k. sind.

Sexuelle Anziehung: ein Gefühl von Anziehung das z.B. durch die körperliche Erscheinung eines Menschen ausgelöst werden kann und eine sexuelle Komponente hat

Sexuelle Orientierung: beschreibt zu wem ich mich sexuell hingezogen fühle. Menschen können z.B homosexuell, pansexuell, asexuell, heterosexuell sein

Sexuelle Appetenzstörung: Der Begriff sexuelle Appetenzstörung bezeichnet im Allgemeinen den unwillentlichen Mangel (Libidomangel) oder die unwillentliche Abnahme (Libidoreduktion) an sexueller Phantasie und sexuellem Verlangen. Im Unterschied zur Asexualität identifizieren sich die betroffenen Personen nicht selbstbestimmt mit ihrer sexuellen Lustlosigkeit und stehen unter „Leidensdruck“. Im ICD-10 und DSM-IV wird sexuelle Appetenzstörung definiert als Störung mit verminderter sexueller Appetenz (VSA, DSM-IV 302.71, Hypoactive Sexual Desire Disorder) und Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen (ICD-10 F52.0, Lack or loss of sexual desire)

Sinnliche Anziehung: Bedürfnis einer Person körperlich nah zu sein, sie zu berühren, oder von ihr berührt zu werden, nicht zwangsläufig auf sexuelle Weise.

Skolioromantisch: Romantische Anziehung zu Menschen außerhalb der binären Geschlechterordnung

Skoliosexuell: Sexuelle Anziehung zu Menschen außerhalb der binären Geschlechterordnung

Slut-shaming: findet statt, wenn eine Person öffentlich oder privat beleidigt wird, weil sie ihre Sexualität auf eine Weise ausgedrückt hat, die nicht mit den Erwartungen an, wie eine Frau Sexualität leben sollte übereinstimmt. In einer Gesellschaft die größtenteils davon ausgeht, das Frauen Gefühle von Liebe durch Sexualität ausdrücken, können besonders aromantische Menschen von Slut-shaming betroffen sein.

Squish: Das platonische oder nicht-romantische Äquivalent zu crush/verknallt sein. Ein starkes Bedürfnis danach, jemanden kennenzulernen, Zeit mit der Person zu verbringen, mit ihr befreundet zu sein

wtfromantisch/ quoiromantic: eine Person, die das Konzept von Liebesbeziehungen und/oder den existierenden Trennungen zwischen Freundschaften und Liebesbeziehungen verwirrend findet. Sie selbst fühlt keinen klaren Unterschied zwischen Freundschaften und Liebesbeziehungen.

wtfsexuell/ quoisexual: eine Person, die das Konzept von Sexualität und/oder sexueller Anziehung verwirrend findet, und/oder sich in bereits vorhandenen Begriffen nicht wider findet.

wtfgender/quoigender: eine Person, die das Konzept von Geschlecht und Geschlechtsidentität verwirrend findet, und/oder sich in bereits vorhandenen Begriffen nicht wieder findet.

Zölibat: eine Entscheidung, keinen Sexualität zu leben, egal ob die Person sexuelle Anziehung fühlt oder nicht

Die Liste ist zum größten Teil eine Übersetzung folgender Quelle: http://anagnori.tumblr.com/post/67669933207/words-and-concepts-used-in-asexual-communities

What to do when someone tells you they’re asexual:
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(This also applies for demisexuality and gray-asexuality)

Do:
-Trust that they are telling you the truth.

-Trust that they have put some thought into this, and know what their feelings mean.

-Keep an open mind while discussing asexuality.

-Listen when they explain what asexuality is, and what it means to them.

-If they also tell you they are straight, gay, lesbian, bi, or pan, accept that as well, because it is possible to be any of those things while also being asexual.

-Assure them that you accept them the way they are, and that you are still their friend/family member.

-Assure them that you accept asexuality as real, and that you see nothing wrong with it.

-Accept asexuality as a legitimate orientation, even if you don’t understand it or can’t relate to it.

-Ask them if they are comfortable answering questions about asexuality before you ask them questions about it.

-Respect their privacy, especially regarding their sex life, relationships and medical history.

-Allow them to correct any misconceptions you have about asexuality.

-Accept that their intimate relationships are just as loving, real and meaningful as anybody else’s, regardless of whether they include sex or not.

-Acknowledge their intimate relationships without asking them to explain the details of their sex life to you.

-Stop making sexual gestures, jokes, innuendo, or porn if they tell you those things make them uncomfortable.

-Otherwise, continue to treat them as the same person they’ve always been.

-Research asexuality on your own time so that you can be a better friend to the asexual people you know.

Don’t:
-Don’t respond with horror, disgust or disbelief.

-Don’t suggest that they are actually a late bloomer, too young to know, or haven’t found the right person yet.

-Don’t say that it’s just a phase.

-Don’t assume they are just doing it for attention.

-Don’t ask them “How do you know you won’t like it if you’ve never tried it?”

-Don’t tell them “You’re not really asexual because…”

-Don’t accuse them of making things up.

-Don’t look for opportunities to say that they are not really asexual.

-Don’t try to “reassure” them by telling them they’re attractive.

-Don’t offer suggestions for how they can change their asexuality.

-Don’t suggest that their asexuality is actually just a side-effect of a mental or physical disorder.

-Don’t confuse their sexual orientation with their gender identity.

-Don’t confuse asexuality with autism, depression or social anxiety – those are distinct conditions, and while some asexual people have them, others do not.

-Don’t confuse asexuality with celibacy or fear of intimacy.

-Don’t confuse romantic attraction with sexual attraction, or sexual attraction with sex drive.

-Don’t ask whether they were abused, assaulted, or hurt by a previous relationship.

-Don’t suggest that they will not be able to maintain a loving, happy relationship without sex.

-Don’t bring up their past or current intimate relationships.

-Don’t suggest that their romantic relationships are actually just friendships because there is no sex involved.

-Don’t ask questions about their genitals, sex drive, masturbation, porn habits, sexual history, or medical conditions.

-Don’t ask them whether it’s because of their religious beliefs.

-Don’t challenge them to prove that they’re really asexual.

-Don’t offer them sympathy or pity because of their asexuality.

-Don’t offer them sex advice or try to “help” them enjoy sex or acquire a sexual relationship.

-Don’t compare them to an amoeba, bacterium or plant.

-Don’t try to correct them on what the word “asexual” actually means.

-Don’t assume that they are actually gay, but in denial.

-Don’t treat asexuality as “basically straight.”

-Don’t make jokes about asexuality, that’s their job.

-Don’t tell them “I wish I was asexual, it would be so much easier!”

-Don’t assume that they have negative views of sex or look down on people who have sex.

-Don’t get defensive about your own sex life or sexual orientation.

-Don’t turn the conversation around to your own sexuality.

-Don’t expect them to educate you about everything there is to know about asexuality.

-Don’t keep talking about asexuality after they indicate they don’t want to talk about it anymore.

-Don’t call them “queer” unless they explicitly tell you they approve of it.

-Don’t equate hetero-romantic asexual people with heterosexuals, biromantic asexual people with bisexuals, etc.

-Don’t assume that you are informed about asexuality, or that you can speak on behalf of asexual people, just because you know an asexual person.

-Don’t pretend to be supportive now but later continue to treat the person as if they are not asexual.

-Don’t “out” the person as asexual to other people unless the asexual person has given you explicit permission to do so.

(Feel free to add more if I forgot anything.)

(Quelle: http://anagnori.tumblr.com/post/73776356187/what-to-do-when-someone-tells-you-theyre-asexual)